Am 21. Februar findet in Andermatt in der reformierten Kirche um 16.00 Uhr ein Vortrag von Benno Furrer zum Thema „(Über)Leben im Hochgebirge“ statt.
Im Hochtal Ursern sind die Erfordernisse zwischen Landwirtschaft und Tätigkeiten im Zusammenhang mit dem Transitverkehr über den Gotthard gut aufeinander abgestimmt. Erkennbar wird dies in der Auseinandersetzung mit dem Baubestand. In den Ställen innerhalb des Dorfes Andermatt beispielsweise bringt man Saumtiere, Pferde und Ochsen unter. Das Milchvieh befindet sich mehrheitlich in Heuställen ausserhalb der Siedlung, wo im Winter in einer angebauten Sennhütte Milch verarbeitet wird. Aber nicht wenige Bauern lassen die Kühe in Altdorf oder Schwyz überwintern, weil man so das selber eingebrachte Heu mit Gewinn an Durchreisende verkaufen kann. In diesem Zusammenhang haben das Wildheuen und die Alpwirtschaft einen hohen Stellenwert. Möglicherweise bilden Zeichensteine auf Urner Alpen Nutzungsansprüche auf Allmenden ab.
Schwieriger zu interpretieren sind Öffnungen und Verzapfungen in Hauswänden, denen man auf den ersten Blick keine klare Funktion zuweisen kann. Hier öffnet sich ein weites Feld an Erklärungen, von religiös motivierten Handlungen bis hin zu magisch-animistischen Vorstellungen der vielseitigen Bedrohungen in den Bergen, die Eduard Renner in seinem Werk «Goldener Ring über Uri» 1941 verarbeitet hatte. Psychologen und kirchliche Vertreter können einen differenzierten Beitrag aus heutiger Sicht leisten. Goetz Uwe Geisler, Pfarrer, wird anwesend sein und eine theologische Sichtweise einbringen. Moderiert wird dieser Anlass von der Katechetin i. A. Frau Dr. Phil. Susanne Bruppacher.
Eintritt frei / Kollekte