KIRCHGEMEINDE
Visions- und Strategieprozess 2026/27
Die reformierte Landeskirche Uri führt in den Jahren 2026/2027 einen Visions- und Strategieprozess durch, mit dem die Gemeinde sich für die kommenden 10 Jahre solide aufstellen und tatkräftig die Zukunft gestalten will. Sie wird begleitet von der kirchlichen Organisationsberatung Suhner & Wakefield. Alle Mitglieder der Kirche sind eingeladen, an dem Prozess mitzuwirken.
Ziele
- Wiederaufbau von Vertrauen und Förderung einer konstruktiven Dialogkultur
- Klärung theologischer Grundorientierungen und gemeinsamer Zielbilder kirchlichen Handelns und Seins
- Entwicklung einer Vision für die Evangelisch-Reformierte Landeskirche Uri für die nächsten 10 Jahre
- Strategieentwicklung unter Reflexion und Berücksichtigung gesellschaftlicher Herausforderungen (z. B. Relevanzverlust, Digitalisierung, Mitgliederschwund) sowie vorhandener und zukünftiger Ressourcen
- Begleitung des anstehenden Wahlprozesses für den Kirchenrat
- Überarbeitung und Schärfung von Rollen, Aufgabenbeschreibungen und Abläufen
- Vorbereitung eines integrierten öffentlichen Auftritts
Organisation
Eine Steuerungsgruppe organisiert den Prozess und stellt die Kommunikation zwischen Gemeinde, Kirchenrat und der Organisationsberatung Suhner & Wakefield sicher.
Mitglieder: Sylvia Bendel Larcher (Leitung), Jasmine Suhner und David Wakefield (Organisationsberatung), Kurt Rohrer (Kirchenrat), Hans-Martin Kromer (Theologe), Theres Regli (Andermatt), Peter Langenegger (Andermatt).
Die Prozessarbeit findet in vertraulichen Gesprächen mit wechselnden Teilnehmenden statt. Die Mitglieder der Kirchgemeinde können jederzeit ein- und aussteigen.
Zeitplan
| Januar bis März 26 | Standortbestimmung durch Gespräche in Kleingruppen |
| 5. Mai 26 | Klärung der theologischen Grundorientierung in einem Workshop mit Prof. Ralph Kunz von der Universität Luzern. 09.30-16.30 Uhr im Kirchgemeindehaus Altdorf. |
| April bis Sept. 26 | Konfliktbearbeitung in Workshops |
| Juni bis Sept. 26 | Gemeinsamer Visions- und Strategieprozess |
| Oktober bis Dez. 26 | Vision entwickeln |
| Januar bis April 27 | Strategie & Struktur entwerfen |
| April bis Juli 27 | Entscheide, Pflichtenhefte, Planung Umsetzung der Strategie |
| August bis Nov. 27 | Implementierung der Strategie |
| Dezember 27 | Prozessreflexion, Abschluss |
Stand der Arbeiten
Anfang Januar 2026 wurden alle Mitglieder der Kirchgemeinde per Brief aufgerufen, sich am Visions- und Strategieprozess zu beteiligen. Von Januar bis April 2026 fanden die Standortgespräche mit verschiedenen Gruppen und Einzelpersonen statt. Am 24. April diskutierten Suhner & Wakefield die Zwischenergebnisse mit der Steuerungsgruppe. Anfang Mai legten Suhner & Wakefiel ihren schriftlichen Zwischenbericht für die Mitglieder der Gemeinde vor.
Am 5. Mai fand der theologische Workshop mit Prof. Ralph Kunz statt. Hier finden Sie die Folien seiner Präsentation sowie einen Bericht der Leiterin des Steuerungsausschusses.
Kontakt
Für Informationen, Rückmeldungen und Anmeldung zur Mitwirkung:
Sylvia Bendel Larcher (s.bendel@ref-uri.ch)
Für ein vertrauliches Gespräch:
Jasmine Suhner & David Wakefield (office@suhner-wakefield.ch)
Ergebnisse der Ausgangsanalyse – ein Zwischenbericht
Von Januar bis April 2026 hat die Organisationsberatung Suhner & Wakefield im Rahmen des Visions- und Strategieprozesses eine umfassende Ausgangsanalyse durchgeführt. Ziel war es, die aktuelle Situation der Evangelisch-Reformierten Landeskirche Uri aus verschiedenen Perspektiven zu verstehen und damit eine tragfähige Grundlage für die nächsten Entwicklungsschritte zu schaffen.
Wie wurde vorgegangen?
Die Analyse stützt sich auf zahlreiche persönliche Gespräche: Gruppengespräche mit kaufmännischen Mitarbeitenden, GPK-Mitgliedern, theologischen Mitarbeitenden, Menschen aus und in Altdorf, Eltern von Unterrichtskindern sowie dem Gesprächskreis und Gottesdienstbesuchenden in Andermatt. Ergänzend fanden Einzelgespräche statt – in Präsenz in Altdorf, Erstfeld, Göschenen und Andermatt sowie telefonisch und per Zoom. Darüber hinaus haben sich verschiedene Personen per E-Mail gemeldet. Insgesamt haben über 60 Menschen ihre Perspektiven aktiv eingebracht.
Was zeigt die Analyse?
Die Evangelisch-Reformierte Landeskirche Uri befindet sich in einer herausfordernden, zugleich aber gestaltbaren Übergangsphase. Die Analyse bestätigt, was viele bereits wahrnehmen: Es gibt offene Fragen rund um Rollen, Strukturen und Kommunikation sowie Klärungsbedarf auf der Beziehungsebene. Solche Dynamiken sind nicht ungewöhnlich für Organisationen in Veränderungsprozessen – sie sind angeh- und bearbeitbar.
Gleichzeitig zeigt die Analyse deutlich: Die Landeskirche Uri verfügt über verschiedene Ressourcen und Potenziale.
- Trotz als belastend erlebter Phasen bringen sich viele Freiwillige weiterhin aktiv ein.
- Die Zusammenarbeit unter den theologischen und kaufmännischen Mitarbeitenden wird überwiegend als gut beschrieben.
- Bestehende Angebote – Gottesdienste, Unterricht, Vortragsreihen – werden geschätzt.
- Mehrere Personen signalisieren Bereitschaft zur aktiveren Mitarbeit, sobald die Atmosphäre besser ist.
- Es gibt konkrete Ideen, Projektvorstellungen und eine mehrfach geäusserte Sehnsucht nach einer zugewandten, friedlichen kirchlichen Gemeinschaft.
Insgesamt liegen die zentralen Herausforderungen weniger in fehlenden Ideen oder Inhalten als in der Notwendigkeit, Rollen und Strukturen zu klären, Kommunikation zu stärken und Vertrauen (wieder) aufzubauen.
Welche Stossrichtungen ergeben sich?
Aus der Analyse leiten sich vier Handlungsfelder ab:
- Theologisches Profil: Entwicklung eines gemeinsam getragenen Selbstverständnisses, das als Grundlage für alle weiteren Entscheide dient.
- Strukturen und Rollen: Klärung von Verantwortlichkeiten, Pflichtenheften und juristischen Grundlagen.
- Kommunikation: Aufbau einer wertschätzenden, transparenten und verlässlichen Kommunikationskultur – intern wie nach aussen.
- Kultur und Gemeinschaft: Förderung von Vertrauen, Versöhnung und eines starken Gemeinschaftsgefühls.
Was sind die nächsten Schritte?
- Mai 2026: Alle Personen, die zur Ausgangsanalyse beigetragen haben, werden über die Ergebnisse der Ausgangsanalyse auf schriftlichem Weg informiert – per E-Mail oder Post.
- 5. Mai 2026: Workshop «Wie können wir gemeinsam Kirche sein?» mit Prof. Ralph Kunz (Universität Zürich).
- Mai/Juni 2026: Versöhnungs- und Identitätsarbeit in verschiedenen Liturgien.
- 8. Juni 2026: Suhner & Wakefield stellen ihre Arbeit an der Frühjahrsversammlung der Evangelisch-Reformierten Landeskirche Uri vor.
Der vollständige Bericht der Ausgangsanalyse liegt dem aktuellen Kirchenrat vor und wurde von diesem angenommen. Er wird zu einem geeigneten Zeitpunkt an den neu konstituierten Kirchenrat weitergegeben und bildet die Basis für die nächsten Schritte im Visions- und Strategieprozess.