Einkehr im Hotel Linth Arena
Am 22. Juni versammelten sich ca. 50 Seniorinnen und Senioren zu ihrem traditionellen Ausflug vor der Sommerpause. Anscheinend hatte Petrus für die Reiselustigen des Seniorennachmittags aus Erstfeld und Altdorf volles Verständnis und überraschte uns mit Temperaturen über 30 Grad für die Fahrt ins Blaue. An verschiedenen Treffpunkten wurden die Seniorinnen und Senioren mit einem Bus der Firma Uristier Reisen AG abgeholt. Zügig fuhren wir über die Autobahn nach Flüelen und von dort via Axenstrasse weiter.
Gespannt lauschten ca. 50 erwartungsvolle Gesichter den Ausführungen von Vreni Furrer, wo nun die Fahrt ins Blaue hingehen sollte. Während der Fahrt erhielten wir zudem nützliche Infos über den Ort der Reise. Auch unser Chauffeur Sepp (er stammt aus dieser Gegend) trug wesentlich dazu bei, dass das Rätseln bald ein Ende hatte. In zügiger Fahrt durchquerten wir drei Kantone und landeten gut gelaunt an unserem Reiseziel: Glarus.
Die reformierte Stadtkirche Glarus
Im Spielhof, wo das heutige Gerichtsgebäude steht, stand bereits im 15. Jahrhundert die Kirche von Glarus mit der Zwinglikapelle. Die heutige Stadtkirche, am neuen Standort, beherrscht durch ihre Lage und Grösse das Glarner Stadtbild. Die Kirche wurde in den Jahren 1863 bis 1866 nach Plänen von Ferdinand Stadler im neuromanischen Stil erbaut und bildet den Ersatz für die beim Stadtbrand im Mai 1861 zerstörte Vorgängerkirche. Rund hundert Jahre lang diente sie als Simultankirche zugleich der reformierten und der römisch-katholischen Konfession, bis die Katholiken 1964 mit der Fridolinskirche zusätzlich zur Burgkapelle eine eigene Stadtkirche bekamen (Wikipedia).
Die Kirche dient weiterhin der evangelischen Kirchgemeinde für den Gottesdienst und als würdiger Raum für grosse Konzerte. Die Grundelemente der Kirche entsprechen der romanischen Basilika (Mittel- und Querschiff bilden ein Kreuz, längs dem Mittelschiff zwei Seitenschiffe, Rundbogen auf runden Säulen, flache Holzdecke). Die Grösse im Grundriss und die Höhe des Raumes geben der Stadtkirche ihre besondere Weite. Die beiden Türme, die prächtigen Rosetten über den Eingängen sowie die Lage der Kirche verleihen dem Bauwerk etwas Monumentales.
Das Innere der damals paritätischen Kirche war ursprünglich mit Dekorationsmalereien und umfangreicher liturgischer Möblierung reich ausgestattet. Als 1928 eine Renovation fällig wurde, setzte Architekt Karl Moser neue Akzente. Er verwirklichte einen expressiven Farbenraum mit abgestuften Rottönen an den Wänden, mit hellblauen Decken und einer blauen Apsis. 1940 brachte ein Kirchenbrand den Dachstuhl zum Einsturz und vernichtete die historische Ausstattung. Das massiv beschädigte Innere wurde durch Architekt Daniel Aebli im damaligen Zeitgeist erneuert – fast ohne Farben und dekorative Elemente. Als 1964 die paritätische Nutzung aufgehoben wurde, gestaltete man den Chor nochmals um. Die jüngste Restaurierung erfolgte in zwei Etappen, vom August 1995 bis April 1999. Bei der Aussenrestaurierung wurde die differenzierte ursprüngliche Gliederung weitestgehend wieder hergestellt (Webseite Glarner Kirchgemeinde).
Simultankirche im Geist sein
In seiner Andacht sprach Pfarrer Götz-Uwe Geisler über das Thema: Was uns die Simultankirche in Glarus als Gemeinschaft von Christen heute sagen kann. So wie in Erstfeld katholische und reformierte Christen an den Seniorennachmittagen vieles für Leib und Seele teilen, so können wir miteinander leben, reden und lachen, uns gegenseitig Achtung erweisen, manchmal verschiedener Meinung sein und doch voneinander lernen, neu Ankommende freudig begrüssen, viele Momente für Zeichen der Liebe und Gegenliebe leben. Und so zu dem einen Leib Christi werden.
Nach der Andacht konnte die gut gelaunte Gesellschaft in Näfels im Hotel Linth Arena bei gemütlichem Beisammensein ein Zabig Plättli geniessen. Am späteren Nachmittag mussten wir uns leider aus der Gegend Glarus wieder verabschieden. Unser Chauffeur Sepp Hauser brachte uns mit sehr guten Informationen und sicherer Fahrt wieder an unsere Ausgangspunkte zurück. Nur allzu früh ging ein erlebnisreicher und sehr heisser Ausflug zu Ende.
Ein grosser Dank geht an die Organisatorinnen und die bewährten Musiker Sepp Dubacher und Toni Exer, welche uns einmal mehr mit einem sehr schönen Nachmittag beschenkten.
Roland Hächler